Mittwoch, Dezember 13, 2006

zeitgefühl

in diesem artikel geht es zwar um sauberkeitserziehung, aber ein satz, der nur am rande etwas damit zu tun hat, macht mich etwas stutzig:
Erst dreieinhalb bis vierjährige Kinder beginnen zeitbezogene Worte richtig zu benutzen. Dabei stellt die Zukunft immer noch größerer Probleme dar als die Vergangenheit.

tobias sagt oft später, wenn er was nicht gleich machen will und meint dann auch später. er sagt auch morgen, obwohl ich mir da nicht sicher bin, ob er genau weiss, was es meint. aber er weiss, es ist später. und er benutzt auch die vergangenheitsform und fragt zum beispiel: "was haben wir gemacht?" oder erzählt: "ich bin mit papi im zoo gewesen." ALLE zeitbezogenen wörter kennt er natürlich noch nicht und kann sie schon gar nicht richtig anwenden. aber dass die kinder erst mit 3.5 jahren dieses zeitgefühl haben sollen, finde ich aus heutiger perspektive etwas spät. da bin ich ja mal gespannt.

8 Kommentare:

IneS. hat gesagt…

Ähm. Ich mußte grad die Tage bei David auch staunen, weil er auch schon gelegentlich bei einigen Worten die Vergangenheitsform benutzt, wenn er etwas erzählt. Natürlich fällt mir jetzt kein konkretes Beispiel ein...

stadtfrau hat gesagt…

irgendwas ist vielleicht doch dran: fabian fragt mich abends häufig "ist heute kindergarten?" und meint damit aber morgen. das artet dann in philosophisch anmutende diskussionen aus. wenn wir am morgen darauf in den kindergarten gehen,verkündet er dann oft "heute ist morgen!".

die vergangenheitsform der verben benutzt er aber schon sehr lange.
wobei ich mich da jetzt an eine psychologie-vorlesung erinnere, in der gesagt wurde, dass kinder anfangs die vergangenheitsformen wie vokabeln "erlernen" und anwenden und erst später selber bilden, die nette "ich habe gegesst"-phase!

phreni hat gesagt…

tobias bildet auch so schöne falsche vergangenheitsformen, z.b. getrinkt.

stadtfrau hat gesagt…

das ist aber ein gutes zeichen! zeigt, dass er die bildung der vergangenheitsform im deutschen (nämlich meistens mit -t) verstanden hat. er ist auf dem besten weg ein genie zu werden ;-)

IneS. hat gesagt…

Ja, genau die Worte meinte ich auch!

Wenn er z.Bsp. wieder mal ein kaputtes Auto bringt und verkündet: Mamma, David aputt macht *augenroll*

Anonym hat gesagt…

Ich galube, daß die Kinder zwar schon schnell in der Vergangenheit sprechen, aber das richtige zeitverständnis braucht bestimmt noch lange. Nora macht auch immer tolle geschwimmt, gerennt.... -sätze. Und alles was vergangen war ist "vorhin" oder "mal".
Mit dem Ich sei es zum Beispiel so, daß manche Kinder zwar mit 2 einwandfrei das Wort "ich" gebrauchen, aber was "ich" bedeutet verstünden sie in voller Konsequenz erst mit 3 1/4 oder so ähnlich.

phreni hat gesagt…

ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das wort "ich" in voller konsequenz verstehe... ;-)

IneS. hat gesagt…

@Vreni: :-D